Leitlinien KoKoBe Duisburg
Leitlinien der Beratung
Die KoKoBe Duisburg versteht sich in ihrem Beratungsauftrag als Dienstleistung für Menschen mit einer geistigen und/oder körperlichen Behinderung, deren Eltern, Angehörige, Betreuer und sonstige Bezugspersonen. Die Arbeit der KoKoBe Duisburg folgt den nachfolgend aufgeführten Grundsätzen und Maßstäben.
Hinweis: Diese Leitlinien verstehen sich als Ergänzung zu den anstehenden Zielvereinbarungen zwischen dem LVR und den regionalen KoKoBe-Trägern in Duisburg.
Bedarfsorientierung
Im Beratungsprozess liegt der Fokus auf der ratsuchenden Person oder ggf. den anfragenden Angehörigen bzw. sonstigen Bezugspersonen, welche stellvertretend für die Person mit Behinderung agieren. Die Interessen und Bedürfnisse der Menschen mit Behinderung, ihrer Angehörigen, Betreuer oder sonstigen Bezugspersonen können dabei unterschiedlich sein. Für die Beratung ist uns wichtig, die verschiedenen Wünsche, Meinungen und Ziele zu (er)kennen und gleichfalls anzuerkennen. Auf dieser Grundlage suchen die BeraterInnen der KoKoBe Duisburg gemeinsam nach adäquaten Lösungsansätzen. Die jeweiligen Wünsche und Bedarfslagen des Menschen mit Behinderung sind maßgebend für den gesamten Beratungsprozess, unter Wahrung größtmöglicher Selbstbestimmung, Selbständigkeit und auch Sicherheit des Menschen mit Behinderung. Die individuellen Lösungsansätze bzw. Unterstützungsmöglichkeiten werden gemeinsam erarbeitet und sind unter den Aspekten der Nachhaltigkeit, Sozialraumorientierung und Realisierbarkeit zu betrachten. Der Erhalt, die Stärkung und Förderung bestehender sozialer Kontakte, im jeweiligen Wohn- und Lebensumfeld, sind dabei zu berücksichtigen.
Um diesem Anspruch bedarfs- und personenorientiert nachzukommen, ist eine gezielte und ganzheitlich orientierte Informations- und Beratungsarbeit im Hilfeprozess erforderlich. Grundlage hierfür ist die umfassende Kenntnis der regionalen Versorgungsstrukturen und unterschiedlichen Netzwerke in der gesamten Gebietskörperschaft. Die KoKoBe-Mitarbeitenden informieren sich in regelmäßigen Abständen über die Entwicklung der Hilfen und Angebote in der Region. Dabei hat der regionale Kenntnisbezug, im jeweiligen Zuständigkeitsgebiet, Priorität. Die BeraterInnen entscheiden im Beratungsprozess nach objektivierbaren Ermessenskriterien, welche Informationen, Details und Arbeitsgrundlagen für die individuelle Zielvorgabe der Beratung erforderlich und von Nutzen sind.
Kooperation/Kontakt/Austausch Die BeraterInnen der unterschiedlichen Standorte in der Gebietskörperschaft arbeiten eng vernetzt und unterstützen sich gegenseitig. Mit anderen Diensten und Einrichtungen rund um die Behindertenhilfe arbeitet die KoKoBe Duisburg im Bedarfsfall, wie auch übergreifend, netzwerkorientiert und partnerschaftlich zusammen. Jeder Anbieter in der Gebietskörperschaft hat das Recht, insofern dies gewünscht wird, in dieses Netzwerk beiderseitig verbindlich und kooperativ einbezogen zu werden. Die Öffnung der bestehenden, teils neuen Netzwerkstrukturen, sehen wir als Möglichkeit zur Verbesserung und zum Ausbau dieses Netzwerkes im System der Behindertenhilfe in der Gebietskörperschaft.
Niedrigschwelligkeit Die Erreichbarkeit und Zugänglichkeit des Angebotes ist zu gewährleisten (Niedrig-schwelligkeit). Auf dieser Grundlage arbeitet die KoKoBe Duisburg in Komm- und Gehstrukturen (offenes Sprechzeitenangebot, aufsuchende Beratung und flexible Terminabsprachen). Weiterhin ist eine umfassende und differenzierte Informations- und Öffentlichkeitsarbeit umzusetzen, um ebenfalls diesem Anspruch nachzukommen. Ein Konzept zur gemeinsamen Öffentlichkeitsarbeit wird erarbeitet und umgesetzt.
Barrierefreiheit Eine weitgehend barrierearme Zugänglichkeit wird durch die KoKoBe, sowohl für Menschen mit körperlicher Behinderung, als auch für Menschen mit geistiger Behinderung, realisiert.
Regionalität Die KoKoBe’s in Duisburg arbeiten regionalbezogen. Sie vermitteln im Rahmen ihres Dienstleistungsangebotes Informationen zu den Schwerpunktthemen Wohnen, Arbeit und Freizeitgestaltung für Menschen mit geistiger und/oder mehrfacher Behinderung. Wir gewährleisten dies durch die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit allen Organisationen rund um die Behindertenhilfe. Dabei sind im Hinblick auf die Kenntnis der Versorgungslandschaft auch jene Organisationen und Anbieter zu beachten, welche bisher nicht in bestehenden Netzwerken kooperativ mitwirken.
Beratungsneutralität/Beratungsergebnis
Die KoKoBe Duisburg führt eine trägerneutrale Beratung durch. Maßgeblich dafür sind die Interessen und Bedürfnisse der ratsuchenden Personen (vgl. Punkt Bedarfsorientierung).
Aufgaben der Träger Um die Beratungsneutralität zu gewährleisten und zu konsolidieren sind gegen-seitiger Austausch und Transparenz der Arbeit, insbesondere auch im Rahmen des Trägerverbundes, wichtig. Entsprechende Transparenz hinsichtlich der Berichterstattung ist dabei zu berücksichtigen. Die Kriterien für die interne Berichterstattung werden gesondert festgelegt.
Aufgaben der Mitarbeitenden Beratungsneutralität bedeutet darüber hinaus:
Erarbeitung von Standards: Das Konzept für die Öffentlichkeitsarbeit und die Standards der internen Berichtserstattung werden vorbereitet und dem Gesamtkoordinierungsausschuss Duisburg sowie der Trägerkonferenz Duisburg zur Beschlussfassung vorgelegt. Duisburg, im Mai 2008 Amalie Sieveking Gesellschaft Duisburg gGmbH Rolf Wöste Behinderten-Wohnheim Duisburg gGmbH Christel Zech Caritas Wohn- und Werkstätten Niederrhein gGmbH Eva Museller Diakonisches Werk Kirchenkreis Moers Jörg Timmermanns LVR-HPH-Netz Niederrhein Brigitte Balzer Integrationsmodell Duisburg e.V. Marion Leismann Kaiserswerther Diakonie Elke Auracher Lebenshilfe für Behinderte e.V. Dinslaken Jürgen Weber Neukirchener Erziehungsverein – Verbund ambulanter Hilfen Klaus Biedermann Psychiatrische Hilfsgemeinschaft Duisburg gGmbH Uwe Komes Regenbogen Duisburg GmbH Elisabeth Hofmann |
